Spruch der Woche

  • “Sicherheit erzeugt grosse Ängste vor dem Unsicheren!”

    Elfriede Jelinik


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Die neue Generation ist nicht das Problem!

Die neue Generation erhält immer mehr Aufmerksamkeit. Die Millenials (Generation Y), vor allem aber die Generation Z, die um die Jahrtausendwende Geborenen, die jetzt in den Erwerbsalltag eintreten, geraten in den Fokus von Führungspersonen und Unternehmen.

Die neue Generation ist in zweierlei Hinsicht interessant. Einerseits als Konsumenten und Kunden, vor allem aber als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der zweite Aspekt scheint uns der wichtigere. Denn bevor ein Unternehmen die jungen Generationen als Kunden gewinnen kann, muss man sie ansprechen. Und das können Gleichaltrige am besten. Zuerst muss also ein Unternehmen mit den Jungen im eigenen Betrieb klar kommen, bevor es den neuen Generationen seine Produkte und Dienstleistungen andienen kann.

Das Problem, das sich vielen Betrieben stellt, ist schnell formuliert: Die Jungen machen Schwierigkeiten! Das ist zwar mitnichten etwas Neues. Ganz im Gegenteil, das war schon immer so.

Bei den Generationen Y und Z ist der Fall jedoch etwas komplizierter. Und besonders deutlich zeigt sich die Problematik bei den ganz Jungen, bei den Angehörigen der Generation Z.

Unsere Untersuchung Generation Z – eine Metastudie gewährt im Übrigen einen vertieften Einblick in Eigenheiten und Merkmale der Generation Z.

Die neue Generation Z – eine eigene Welt

neue generation immer mit handy

Neue Generation: immer mit Smartphone!

Nur zu sagen, die Jungen könnten nicht mehr ohne ihr Handy leben, ist eine unzulässige Vereinfachung. Es gibt durchaus auch viele Grossmütter, die nur noch mit ihrem Handy via SMS oder WhatsApp kommunizieren und die sich ein Leben ohne Mobiltelefon nicht mehr vorstellen können.

Beim Umgang der jungen Leute mit ihren Smartphones gilt es jedoch, sich immer wieder zwei Dinge vor Augen zu halten:

  1. Persönliche Beziehungen und Kontakte
    heissen heute „soziales Netzwerk“ und sind bis zu einem gewissen Punkt nur noch mit Smartphone erfolgreich zu gestalten.

  2. Wissen ist Macht und kommt vom Handy
    Der wohl positivste Aspekt des Internets ist wahrscheinlich die Demokratisierung des Wissens. Auch hochspezialisiertes Wissen ist mit dem Smartphone überall und jederzeit schnell verfügbar. Aussagen und Meinungen von Lehrmeistern und Vorgesetzten werden unablässig mit dem Handy auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft. Auf subtile, manchmal auch nicht so subtile Weise, werden Autoritätspersonen mit konträren Standpunkten konfrontiert und mit veralteten oder fehlerhaften Ansichten blossgestellt. Dies zieht unweigerlich Machtverschiebungen nach sich.

Die Gefährdung der Macht – oder auch nur schon das in Frage stellen von angestammten Einstellungen und Haltungen –  dürfte wahrscheinlich ein Hauptgrund dafür sein, dass man in vielen Betrieben immer wieder den Aufschrei hört: „Diese Jungen mit ihren Handys machen mir Probleme.“

Für diejenigen, die es bis jetzt noch nicht gemerkt haben: Es sind nicht die Jungen, mit dem Handy vor der Nase, die ein Problem haben. Es sind die Älteren, die mit der Agilität, dem Wissensstand und dem sich daraus ergebenden Weltbild der jungen Leute nicht mithalten können und die den sich daraus ergebenden Konsequenzen wehrlos gegenüberstehen.

Das Heilmittel gegen die Dumpfheit

Zu behaupten, die Alten, die sich über die Jungen beschwerten, seien allesamt lernunwillige, innerlich verängstigte, sture Sesselkleber, wäre unfair. Aber dass ältere Generationen jungen Inhalten und Verhaltensweisen feindlich gegenüberstehen, ist durchaus nichts Neues.

Gerade aber in Zeiten disruptiver Umbrüche, wie es etwa die 68-Generation in gesellschaftlicher Hinsicht war und es die neuen Technologien und Medien mit ihren bis jetzt noch nicht absehbaren Implikationen heute sind, machen sich dumpfe Ablehnung von Neuem und stures Festhalten am Herkömmlichen besonders eklatant bemerkbar. Wer gegen solche, eigenen Verhaltensweisen nicht ankämpft, macht sich selber frühzeitig zum alten Eisen und wird unweigerlich selber zum Problem. Das muss nicht sein.

Eines scheint jedoch wichtig: Der Entschluss, sich nicht selber aufzugeben. Oder wie es die Vor-Punk-Band „MC5“ schon 1969 formulierte: „Brüder und Schwestern, ihr habt fünf Sekunden zu entscheiden, ob ihr das Problem oder die Lösung sein wollt!“[1]

Für den Entschluss, nicht zum langsam vergreisenden Problem zu werden, braucht es nicht viel. Ein bisschen Mut, Lebensfreude und Lernbereitschaft reichen vollkommen.

Ein Teil der Lösung zu sein ist lernbar. In jedem Alter! Und nicht zuletzt braucht es dazu auch ein wenig Gelassenheit. Und wer hätte sich diese nicht besser erworben als die Älteren?


[1] „Brothers and Sisters, you’ve got five seconds to decide whether you wanna be the problem or the solution.“ Vgl auch https://www.youtube.com/watch?v=1wmKK7Yn3sY und andere Videos ebenda.